Dampfen - meine Glücksmomente: der Dampf

Dampfen - meine Glücksmomente: der Dampf
Dampfen - meine Glücksmomente: der Dampf

Was fasziniert mich so am Dampf der E-Zigarette im Vergleich zum Tabakzigarettenrauch? Was sehe ich bei Dampferinnen und Dampfern und wie genieße ich Dampf selbst? Was sind meine Glücksmomente?

Tabakzigarettenrauch habe ich nicht so doll in Erinnerung. Wenn ich mal versehentlich angeblasen wurde, habe ich ihn weg gewedelt. Hätte jemand gewagt, mich absichtlich vollzuqualmen, hätte er wohl mit einer Ohrfeige rechnen müssen. Einfach weil sich damit ja - neben den eigenen leidigen Spuren des Rauchens - zusätzlicher Gestank in Haut, Haar und Kleidung absetzt. - Ja Gestank, denn auch als Raucherin nehme ich ja Geruch von kalten Rauch als etwas sehr Unangenehmes wahr.

Gerade der Dampf aber macht zum Rauch einen großen Unterschied und es lohnt sich, möglichst unvoreingenommen an das Thema heran zu gehen, bzw. sich zu bemühen, angelerntes Denken und Handeln mal auf die Seite zu legen.

In den letzten Jahren entwickelten in der Dampferszene die "cloud chaser" eine Subkultur. Mit entsprechender Hardware, niederohmigen Wicklungen und speziellen Liquidzusammensetzungen, sowie entsprechendem Trainig sind dabei eindrucksvolle Wolken möglich. Davor habe ich großen Respekt und mich faszinieren diese Veranstaltungen mit allem Drum und Dran. Auch in Deutschland, beispielsweise auf einer Messe finden solche Events oft statt.

Apropos "Messen". Da mir die Teilnahme nie möglich war, freue ich mich immer, wenn zur jeweils aktuellen Dampfermesse Videos ins Netz gestellt werden. Ab und an zweifle ich ja dann, ob ich überhaupt dort sein möchte, wenn die Dampferkollegen anscheinend alle ihre größten und stärksten Dampfen ausführen und natürlich auch benutzen.

Andererseits erinnert mich die Atmosphäre an eine Filmszene, die es vielleicht früher mal in meiner geliebten Serie "Farscape" gegeben haben könnte: Ein Planet mit einer riesigen Versorgungsstation, auf der die Besatzungen und Reisenden der Raumschiffe sich mit allem, was sie benötigen versorgen konnten. - Eine Art Mittelaltermarkt. Die Besucher kamen von unterschiedlichen Planeten und sahen entsprechend merkewürdig faszinierend aus. - Und sicher waren da welche dabei, die immer mal wieder ihren Kopf in den Nacken legten, um eine große Wolke auszustoßen. - Ja ich glaube also, ich beneide die Besucher und wäre auch gerne dort. Erinnerung an ein Phantasie-Genre helfen also, mich mit großen Dampfwolken zu arrangieren und ausgesprochen interessiert an den sie ausstoßenden merkwürdigen Wesen zu sein. - Solch eine überraschende Erkenntniss ist mir ein Glücksmoment.

Das Gegenteil dieses "Sub-Ohm-Dampfens" bildet der "stealth mode". Er wird weniger in Videos praktiziert, weil das ein Widerspruch in sich wäre. Es geht darum, möglichst nicht mit dem Dampfen aufzufallen. Kleine Geräte, die man in der Hand verschwinden lassen kann und so zu dampfen, dass man den Dampf nicht sieht. Es gibt aus dem Jahr 2007 einen Werbefilm, in dem derart stealth gedampft wird, dass es schon fast ein wenig komisch wirkt.

Fasziniert und völlig frei von dem inneren Drang, etwas wegwedeln zu müssen, bin ich beim Zuschauen der "vape tricks". - Ebenfalls eine Welt für sich. Es gibt regelrecht arrangierte Shows mit farbigem Licht und Musik. Und es gibt Tutorials, um sich selbst daran zu versuchen, aus Dampf Ringe und Kugeln zu formen und damit zu jonglieren. In Deutschland ist beispielsweise Aaron Tillmann - solch ein Künstler - unter Vertrag bei einem Liquidhersteller.

Und dann wäre da noch das "Dampf-Trinken" bzw. das "Dampf-Saufen". Dabei wir der Dampf in ein Glas geblasen und anschliessend "getrunken". So führt es der Stammttisch vom Dampferboard vor.

Und selbst? Tja, ich ziehe doch bekanntlich leichtes, kleines Dampfgerät den großen Dampfen vor. Habe ich dann keinen Spaß am Dampf? Und ob! (also "ja sehr")

Wie alle Menschen und von jeher schon, haben auch mich immer Wolken fasziniert und die Phantasie angeregt: Selbstvergessen in den Himmel schauen, in den Wolken Landschaften und Wesen ausmachen, die sich ganz langsam bewegen und wieder auflösen. Auch Nebel ist schön anzusehen (wenn man nicht Auto fahren muss). Aber ich bestreite, dass Dampf nur als dicke massive Wolke schön sein könne.

Manche Züge nehme ich ganz bewusst wegen der Wirkung und dem Geschmack, Ich nehme den Dampf auf bis in die Lunge und atme aus. Diese Dampfwolke interessiert mich nicht.

Aber ich ziehe oft auch nur, um mit dem Dampf zu spielen. Denn das ist ja das Schöne am Dampfen: Dampf stinkt nicht und hinterlässt keinen Gilb an den Wänden.

Beim Spiel mit dem Dampf ist das auch oft eher kein Inhalieren, sondern es sind Teiltiefzüge bis hin nur zum Paffen. Weitere Nuacen ergeben sich mit Zugstärke, Zugdauer, ausserdem in Ausblasstärke und -dauer durch Mund oder/und Nase sowie durch die jeweilige Körperhaltung,

Manchmal nehme ich etwas Dampf über den Mund auf. Dann stelle ich mir vor, ich stelle die Weiche und gebe den Dampf direkt an die Nase weiter. Ich halte vor dem Ausatmen die Luft an, damit nur ganz wenig Dampf jeweils in ganz minimalen Portiönchen entweicht. Diese super feinen, aufsteigenden Dampfschleier sind es, die ich schön finde. - Denen ich nachschaue und weitere hinterher schicke durch unterschiedlich stark oder gleichmäßiges Ausatmen. Da erlebe ich mein ganz besonderes Dampfer-Glück.

Der Zustand beschwört ein ähnliches Gefühl der Selbstvergessenheit herauf, wie damals in der Kindheit beim Blick in die Wolken - wenn ich Zeit oder Sonstiges um mich herum ausblendete. - Der ganz besondere Zustand, in dem sich kreative Ideen etwas leichter Bahn brechen können. ;-)

Vergangenen Sommer verschaffte mir der Zufall einen weiteren Glücksmoment. Es war so heiß, dass man sich nicht nur nicht bewegen mochte, sogar das Denken war unmöglich. Ich dampfte und schmauchte ermattet vor mich hin, da zogen nach unten geblasene Dampfschleier ganz sanft an den Nasenflügeln entlang nach oben. Oh wow, welch ein wunderbares Gefühl von willkommener leichter Frische. Gleich nochmal nur ordentlich gepafft und mit dem ganzen Gesicht hinein getaucht. ...

Glück ist auch mein Foto, das ich vom aufsteigenden Dampf aus meiner Arbeitsposition heraus geschossen habe. Sichtbarer Dampf wird durch das herein scheinende Sonnenlicht bestrahlt.

Auch heute für diesen Blogartikel nahm ich wieder einen Ausschnitt aus dem Foto her. Dampf passt immer. Aber ich werde im Umgang damit und in der Veränderung mittels GIMP von mal zu mal geschickter und auch das macht mich glücklich, wenn diese spezielle Nuance von ein und demselbem Dampffoto für mich richtig passend zur Illustration eines Artikels heraus kommt.

Dieser Blogartikel entstand im Rahmen der 2. DBP "DampferBlogparade 2 "meine Glücksmomente". Nun habe ich einige meiner Glücksmomente verraten. Wie sieht es bei Dir aus? Was erlebst Du persönlich als Glücksmomente? Ich würde mich freuen, wenn Du sie aufschreibst und damit an unserer Blogparade teil nimmst. Das geht auch prima, ohne eigenen Blog.