Meine Raucherkarriere und der Umstieg auf die eZigarette zum Dampfer

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Hier erzähle ich - eine wirklich beinharte Raucherin - von meinem zufälligen Umstieg von der Tabak-Zigarette auf die E-Zigarette.

Die Welt ist nicht heil und ich bin niemandem schuldig, so zu tun, als ob. Wenn wir sowieso aus politischen und wirtschaftlichen Gründen ausspioniert werden, dann sollen Menschen ruhig auch öffentlich erfahren können, wie ich Raucherin und später zur Dampferin wurde. Das wäre eigentlich meine Privatsache, aber die e-Zigarette versucht man ja vehement zu politisieren, als gäbe es nichts Wichtigeres. Hey, wir sind doch im Web 2.0 - oder? Bittesehr, ganz unverblümt - daher vielleicht für junge User etwas Starker Tobak. - Sehen sie aber nicht, wenn ihr Jugenschutzfilter anständig installiert ist.

  • Mit 8 Jahren rauchten meine Freundin und ich unsere ersten Zigaretten noch heimlich.
  • Mit 12 hatte ich bereits erste feste Rauchrituale und Zeiten.
  • Mit 14 rauchte ich in aller Öffentlichkeit.

Ohne Zigaretten war es mit mir nicht auszuhalten. Ich legte zu jeder Tages- und Nachtzeit bei ungnädiger Witterung die notwendigen Wege zurück, um den Zigarettenvorrat aufzufüllen. Als Jugendliche konnte es auch schon mal vorkommen, dass ich meine gerauchten Kippenreste auseinander nahm, um mit den Tabakkrümeln eine neue Zigarette zu drehen.

Selbstgedrehte schmeckten mir nicht übermäßig und schlugen auch auf den Magen. Als die Tabakzigaretten dann irgendwann zu teuer wurden, kam eine elektrische Zigarettenhülsenstopfmaschine ins Haus. Wöchentlich mussten über zwei Stunden geopfert werden, den Bedarf auf diese Weise zu decken. Daher wechselte ich zu Zigarillos. Auch sie schmeckten erst mal nicht und ich hatte lange Zeit Entzündungen an den Lippen, der Zunge und im Mundraum. Aber ich blieb hartnäckig - bis es sich irgendwann einpendelte.

 

Genußmittel gehören für mich zur Lebensqualität dazu

Die Zigarette gehört für mich persönlich zur Lebensqualität dazu. Nicht jede Zigarette wird bewußt und genußvoll geraucht, manchmal ist es Gewohnheit. Aber eine duftende Tasse Kaffe und dazu in Ruhe eine Zigarette rauchen, gedankenverloren den Schwaden nachblicken, darauf will ich nicht verzichten.

Und ohne den Willen, aufzuhören, kann natürlich auch keine Aufhörmethode klappen. Und ich kannte sie so ziemlich alle, die Bücher, die Mittelchen und die Therapien.

 

Mein Umstieg von der T-Zigarette zur E-Zigarette

Gesundheit und länger Leben interessierten mich nie.

Die Zigarette war mein persönlicher Indikator, ob es mir wieder besser ging nach einer Krankheit oder einer OP. Fing sie wieder an zu schmecken, ging es bergauf.

Nur die steinzeitlichen äußerlichen Spuren des Rauchens störten mich zusehends, dieser Schmierfilm und Gestank. Denn seit meinem Haushaltsunfall kann ich den Putzlappen oder Farbpinsel fürs häufig nötige Renovieren nicht mehr richtig festhalten.

Das Haus, in das wir Ende 2009 zogen, hatte es meinem Mann und mir gleich deshalb so angetan, weil es einen Lichthof hat. Wir als starke Raucher gewöhnten uns an, fortan nur noch im Lichthof zu rauchen.  Rauchfreie Zonen im Privatbereich gab es in meinem bisherigen Leben noch gar nie. Also länger als ein halbes Jahrhundert. Aber wie sollte ich sonst hier Kurse anbieten können?

Ich wurde fast verrückt. Diese Aufteilung hat mich schier zerrissen.

  • Am Computer oder zwischen den Strickmühlen war ich wenig produktiv und selten mal noch kreativ, well mir die Kippe so fehlte.
  • Die Rauchpause im Lichthof war nicht entspannend, weil ich genau in dem Moment eine tolle Idee hatte oder ich etwas Nachschauen wollte.

Durch einen Zeitungsartikel erfuhr ich Oktober 2010 von der elektrischen Zigarette.  Sie wurde zur perfekten und hochwillkommenen Alternative im Haus am Computer. Arbeit - Inspiration - Kreativität und Genuß passen jetzt wunderbar zusammen. Ich war seelig.

Nur aus Spaß testete ich, ob die Dampfe auch abends mal zu einem Gläschen Alkohol schmecken würde. - Kein Problem - auch nach einem Zweiten nicht, stellte ich  erschüttert fest, von wegen Gefahr für den "Willen".

Eines Abends bei einer Tasse Tee schaute ich auf meine e-Zigarette in der Hand und fragte mich plötzlich: "was passiert, wenn Du Dir morgens noch im Bett sagst, dass Du nun aufstehst, Kaffee trinkst und keine Zigarette rauchst?"
Vor Jahren, bin ich dann einfach im Bett geblieben - bis ich doch nicht mehr Nichtraucherin werden wollte.
Nun aber konnte ich ganz einfach trotz dieses vorsätzlichen "Wissens" aufstehen.

O.k. - mein Herz stolpert nicht mehr, wie früher. Aber ich kann solche körperlichen Vorteile nicht besonders würdigen.
Trotzdem denke ich: Schade, dass die Darsteller des Marlboro Man die E-Zigarette noch nicht hatten.

Adieu Tabaksucht

Wenn ich früher nach einem Aufhörversuch wieder zur Tabakzigarette gegriffen hatte, war der mühselig errichtete Damm gebrochen und ich schnell zurück im gewohnten Fahrwasser.

Heute ist das anders. Nach einigen Monaten "Nurdampfends" ging mir natürlich automatisch auch durch den Kopf, dass ich also nun lebenslänglich keine mehr rauchen dürfe. Das zu glauben, reicht mir nicht, ich muss das spüren und will es wissen.

Dieses mal nahm ich mir Zeit, ich stand nämlich erstaunlicherweise unter keinem Druck. Wie viele, aufreibende aber auch teure Versuche waren schon missglückt. Wenn ich das jetzt probiere, dann vertue ich vielleicht meine allerallerletzte Chance, jemals ExRaucherin zu sein.

Dass ich nicht mehr rauchte, das IST EIN WUNDER. Und ich konnte schon nicht mehr richtig fassen, was ich früher aus dem Suchtdruck heraus alles angestellt hatte. Ich habe mir diese Selbsterniedrigung doch nicht eingebildet oder freiwillig durchgemacht.

Trotzdem, wenn es diese Form der Abhängigkeit - also der Gefahr vor der ersten Zigarette gibt, dann muss ich das wissen und fühlen.

Tja und so habe ich mir dann an einem Vormittag eine Zigarette angezündet. War vom Handling her etwas ungewohnt und schmeckte nicht schlecht aber auch nicht gut. Dann kam eine Zeit, in der ich mit meinem Mann zusammen saß und wie früher auch die eine oder andere rauchte. Manchmal merkte ich hinterher, dass ich es zwar vorhatte (oder mir bewußt zugestand) aber dann vergaß eine mitzurauchen.

Die letzte Zigarette ist inzwischen nun auch schon wieder einige Wochen her. Es gab dann noch Kopfspielchen. Dass ich das besser nicht erwähne, um andere nicht in Gefahr zu bringen. Oder weil ich vielleicht gar nicht dazu gehörte, da ich evtl. gar keine Tabakabhängige war (hallo?!!!). ... Diese Erfahrung muss doch für frische Umsteiger die reinste Provokation sein usw., usw.

 

Etwas ist dank der E-Zigarette zerbrochen.

Wie soll ich es, dieses Etwas beschreiben? Etwas, das mich von der Freiheit getrennt hat, frei zu entscheiden, ob ich rauchen möchte.

Diese EntscheidungsFREIHEIT hatte ich nicht gekannt. Sie ist herrlich. Und ich würde sie jedem Raucher von Herzen gönnen, zu erleben. Daher wehre ich mich so gegen das eZigaretten-Bashing in den Medien und bin über die gesetzliche Entwicklung empört, die Tabakzigarette mit der E-Zigarette in einen Topf zu werfen.

Die eZigarette ist mein zeitgemäßer Genuß in der Dramaturgie des Alltags.

Sie wurde durch ihre Gegner zum neuen Symbol für persönliche Freiheit, das ich bestmöglich verteidige.

 

 


Surftipp

Beim Elb-Dampfer gibt es auch einen Umstiegsbericht Mein gesundheitlicher Umstieg aufs Dampfen

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